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Horizontalgatter-Säge


Beim Horizontalgatter ist das Sägeblatt waagerecht in einen Rahmen eingespannt. Die Kraft wird durch Riementransmission,Kurbelwelle und Pleustange ("Fechter") so übertragen, dass sich das Sägeblatt hin und her bewegt. Der durchzusägene Baumstamm befindet sich auf einen Wagen, der langsam auf einen Schienenstrang nach vorne rollt. Es dauert geraume Zeit, bis der Baumstamm durchgesägt ist. Danach muss der Wagen zurückgefahren weden, erst dann kann ein neues Brett aus dem Stamm gesägt werden. Säge und Wagen werden über Riementransmission von einem Elektromotor ("Schleifringmotor") angetrieben. Um 1900 und in den ersten Jahren den 20. Jahrhunderts, als es eine zentrale Stromversorgung noch nicht gab, wurden in zahlreichen Sägewerken Wasserkraft, Verbrennungsmotor oder dampfmaschine genutzt. Dieses Sägegatter wurde 1907 von der Hildesheimer Maschinenfabrik Gebr. Propfe gebaut und stand auf dem Gelände eines Syker Sägewerkes. Seit den 1930er Jahren war dort zusätzlich ein Vollgatter (Vertikalgatter) vorhanden, mit dem in einem Arbeitsgang mehrere Bretter aus einem Stamm gesägt werden konnte. Es blieb dennoch im Betrieb, weil nur hiermit Stämme mit großer dicke gesägt werden können. Dieses Sägegatter ist ein wichtiges Zeugnis für die Technisierung handwerklicher Arbeit. Zuvor mussten die Bretter von zwei Zimmerleuten in einer Sägekuhle mit einer langen Säge gesägt werden, was viel Zeit und Kraft erforderte. Die übrigen Holzteile im Fachwerkbau wurden ursprünglich nicht gesägt, sondern mit der Hand gebeilt. Die Horizontalgatter-Säge steht heute im Kreismuseum Syke und ist wie man sieht nach 102 Jahren immernoch voll funktionsfähig.